Was ist IP?
Von der Entstehung des Internets bis zu IPv6 – alles über Internet-Protokoll-Adressen, verständlich erklärt.
Was bedeutet IP?
IP steht für Internet Protocol – das grundlegende Kommunikationsprotokoll, auf dem das gesamte Internet aufbaut. Eine IP-Adresse ist die eindeutige numerische Kennung, die jedem Gerät in einem Netzwerk zugewiesen wird, damit Datenpakete zuverlässig zugestellt werden können.
Stellen Sie sich das Internet als ein gigantisches Postnetz vor: Jedes Datenpaket ist ein Brief, und die IP-Adresse ist die Absender- und Empfängeradresse. Ohne sie wüsste das Netzwerk nicht, wohin die Daten gesendet werden sollen – und wohin die Antwort zurückgeschickt werden soll.
IPv4 – Der bewährte Standard
IPv4 (Internet Protocol Version 4) wurde 1981 in RFC 791 standardisiert und bildet bis heute das Rückgrat des Internets. Eine IPv4-Adresse besteht aus 32 Bit, dargestellt als vier Dezimalzahlen von 0 bis 255, getrennt durch Punkte.
Aufbau einer IPv4-Adresse
Beispiel: 192.168.1.100
Die Adresse setzt sich aus einem Netzwerk-Teil und einem Host-Teil zusammen. Die sogenannte Subnetzmaske (z. B. /24 oder 255.255.255.0) bestimmt, wie viele Bits für das Netzwerk und wie viele für den Host reserviert sind.
Adresstypen bei IPv4
- Öffentliche IP: Im Internet sichtbar, vom ISP zugewiesen. Diese sehen Sie auf unserer Startseite.
- Private IP: Nur im lokalen Netzwerk gültig (Ranges:
10.0.0.0/8,172.16.0.0/12,192.168.0.0/16). - Loopback:
127.0.0.1– das eigene Gerät, auch „localhost" genannt. - Link-Local:
169.254.0.0/16– automatisch zugewiesen, wenn kein DHCP verfügbar.
Das Problem: Adressknappheit
IPv4 kann theoretisch rund 4,3 Milliarden eindeutige Adressen vergeben. Bereits 2011 vergab die IANA den letzten freien Block an die regionalen Registrierungsstellen. Techniken wie NAT (Network Address Translation) ermöglichen es, mehrere Geräte hinter einer einzigen öffentlichen IP zu betreiben – eine Notlösung, die Komplexität und Einschränkungen mit sich bringt.
IPv6 – Die Lösung für die Adressknappheit
IPv6 (Internet Protocol Version 6) wurde 1998 in RFC 2460 standardisiert und löst das fundamentale Problem von IPv4: den erschöpften Adressraum. Eine IPv6-Adresse besteht aus 128 Bit – das ergibt ca. 340 Sextillionen (3,4 × 10³⁸) mögliche Adressen.
Aufbau einer IPv6-Adresse
Beispiel: 2001:0db8:85a3:0000:0000:8a2e:0370:7334
Acht Gruppen aus je vier Hexadezimalziffern, getrennt durch Doppelpunkte. Führende Nullen sowie aufeinanderfolgende Nullgruppen dürfen abgekürzt werden: 2001:db8:85a3::8a2e:370:7334
Vorteile von IPv6
- Riesiger Adressraum: Kein NAT mehr notwendig, jedes Gerät erhält eine globale Adresse.
- Integriertes IPsec: Verschlüsselung und Authentifizierung sind Teil der Spezifikation.
- SLAAC: Geräte können sich ohne DHCP-Server automatisch konfigurieren.
- Effizienteres Routing: Vereinfachter Header sorgt für schnellere Verarbeitung.
- Kein Broadcast: IPv6 nutzt Multicast statt Broadcast – weniger Netzwerklast.
Was ist Dual-Stack?
Dual-Stack bezeichnet den gleichzeitigen Betrieb von IPv4 und IPv6 auf einem Gerät oder Netzwerk. Da die Umstellung auf reines IPv6 Zeit braucht, unterstützen die meisten modernen Anschlüsse und Betriebssysteme beide Protokolle gleichzeitig.
Wenn Sie unseren IP-Test starten und sowohl eine IPv4- als auch eine IPv6-Adresse sehen, sind Sie Dual-Stack-fähig. Das Betriebssystem wählt automatisch das geeignete Protokoll per „Happy Eyeballs"-Algorithmus (RFC 8305).
Öffentlich vs. privat – was sehen andere?
Im Internet sehen andere Nutzer und Server immer nur Ihre öffentliche IP-Adresse. Diese wird Ihnen von Ihrem Internetdienstanbieter (ISP) zugewiesen und ist eindeutig im globalen Internet identifizierbar. Ihre privaten IPs (192.168.x.x etc.) bleiben hinter Ihrem Router verborgen.
Statische vs. dynamische IP
Die meisten Privatkundenanschlüsse erhalten eine dynamische IP: Bei jeder Einwahl oder in regelmäßigen Abständen kann sich die öffentliche Adresse ändern. Viele deutsche Anbieter trennen die Verbindung einmal täglich (Zwangstrennung).
Statische IPs bleiben dauerhaft gleich. Sie sind ideal für Server, VPNs und alle Dienste, die über eine feste Adresse erreichbar sein müssen – und kosten bei den meisten ISPs extra.